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SENSOMOTORIK
Zentrale Wahrnehmungsverarbeitung
Reflexologie
Körperliche Voraussetzungen
Neuromotorische Entwicklung

Definition nach Sally Goddard:

  • Wahrnehmung ist das Registrieren sensorischer Information im Gehirn.
  • Kognition ist die Interpretation und das Verstehen dieser Information.

Unser menschliches Gehirn arbeitet in Zeitfrequenzen, auch vergleichbar mit Takten.
(Literaturhinweis: Warnke Fred; Der Takt des Gehirns)

Je mehr Takte wir in einer Sekunde zur Verfügung haben, das heißt je besser unsere Low-Level-Funktionen ausgebildet sind, desto schneller ist unsere Auffassungsgabe und die Möglichkeit, diese Information zu verarbeiten.

Die Basis unserer Wahrnehmungsverarbeitung ist in den so genannten Low- Level- Funktionen begründet. Die Automatisierung dieser Low- Level- Funktionen ist die Voraussetzung für einen komplexen Handlungsspielraum.

Wissenschaftliche Studien stellten fest, dass Kinder mit Lese- Rechtschreibschwäche verlangsamte Low- Level- Funktionen haben, vor allem im Bereich der Hör- und Sehverarbeitung, aber auch häufig in motorischen Bereichen.

Motorik steht immer in einem komplexen Zusammenspiel mit der Wahrnehmung. Beides ist untrennbar miteinander verbunden. Abweichungen in der neuromotorischen Entwicklung bzw. eine nach wie vor starke Reflexaktivität wirken sich nicht nur auf die Grob- und Feinmotorik aus, sondern auch auf die sensorische Wahrnehmung und die Kognition.

Das menschliche Gehirn arbeitet in Zeitfrequenzen.
Das menschliche Gehirn arbeitet in Zeitfrequenzen.
ZENTRALE
WAHRNEHMUNGSVERARBEITUNG

Um komplexere Aufgaben fehlerfrei und zügig bewältigen zu können, müssen die dazu nötigen Fertigkeiten automatisiert sein. Automatisierte Handlungen laufen unbewusst ab. Um zum Beispiel ein Diktat fehlerfrei schreiben zu können, muss ein Schüler/eine Schülerin eine Vielzahl an Leistungen gleichzeitig erbringen können.

  • Die Stimme des Lehrers muss über das periphere Hören aufgenommen und aus den anderen Klassenraumgeräuschen herausgefiltert werden können.
  • Diese akustische Information muss wahrgenommen und entsprechend verarbeitet werden können.
  • Der Satz muss in einzelne Wörter und diese in einzelne Laute zerlegt werden können.
  • Diese gehörten Laute müssen entsprechend der Rechtschreibung in Buchstaben umgewandelt und wieder zu ganzen Wörtern zusammengefügt werden können. Da unsere Aussprache nur selten ident mit der Schreibweise ist, müssen die Kinder vorher die Wörter visuell abgespeichert haben.
  • Dieses “ Wortbild “ muss nun graphomotorisch umgesetzt, also niedergeschrieben werden. Dabei spielen auch feinmotorische Fähigkeiten eine große Rolle.

Die hier beschriebenen Anforderungen sind nur ein Bruchteil eines sehr komplexen Vorganges. Sind diese Einzelleistungen nicht automatisiert, benötigt die Schülerin oder der Schüler mehr Energie und mehr Zeit um diese Aufgabe lösen zu können. Möglicherweise wird sie oder er auch einige Fehler machen bzw. die gestellte Aufgabe gar nicht oder nur schlecht ausführen können.

Gefühle wie Angst und Stress beeinflussen die Leistungsfähigkeit zusätzlich meist negativ.

REFLEXOLOGIE

Ein individuell auf ihr Kind abgestimmtes Reflexhemmungsprogramm sowie Übungen aus den Bereichen der Mototherapie, Pädagogischen Kinesiologie, Brain Gym und Fingerkybernetik helfen ihrem Kind, sich eine stabile Basis für eine optimale Entwicklung aufzubauen.

Neben einer Vielzahl von gängigen Therapiematerialien kommt in den Trainingseinheiten auch eine patentierte Therapie- Wippe für ein gezieltes Gleichgewichtstraining zum Einsatz. Auf dieser Wippe lassen sich eine Reihe an Übungen im Bereich der Sensorischen Integration sowie auch für den schulischen Bereich umsetzen, wie z.B.: das Erarbeiten des Zahlenraums oder von Lernwörtern.

NEUROMOTORISCHE
ENTWICKLUNG

Im Zuge der neuromotorischen Aufrichtung (Entwicklung der Stützmotorik und der Körperhaltung) erfährt das Kind eine Reihe von passenden Sinneseindrücken, die es miteinander in Zusammenhang bringt. Diese Erfahrungen ermöglichen weitere Lern- und Entwicklungsprozesse. Im Laufe des ersten Lebensjahres verfügt das Neugeborene über eine Reihe von frühkindlichen Reflexen, die einerseits eine überlebensnotwendige Schutzfunktion darstellen, andererseits die Funktion eines Trainers für spätere bewusste Handlungsmotorik übernehmen.
Diese Reflexe werden zu unterschiedlichen Zeiten durch andere Reflexe bzw. durch vorerst stereotype Bewegungen gehemmt und später durch koordinierte Willkür- und Handlungsmotorik überlagert. Dieser Prozess ist ein notwendiges Trainingsfeld der Wahrnehmung und Motorik.

Abweichungen in dieser frühkindlichen Entwicklung können zu Beeinträchtigungen in der Motorik, Wahrnehmung und Kognition führen.

Körperliche Voraussetzungen für das Bewältigen schulischer Anforderungen

Die Kinder müssen in der Lage sein über einen längeren Zeitraum ruhig zu sitzen. Voraussetzung dafür ist ein ausgeprägtes Körperschema, sowie ein gut funktionierendes Gleichgewichtssystem. Weiters müssen Muskulaturen, wie zum Beispiel besonders der Lendenwirbelsäulenbereich, ausreichend stabil sein, um ein gerades Sitzen zu ermöglichen.

Notwendige Halte- und Stellreaktionen sind häufig nicht ausreichend entwickelt. Diese sind unter anderem notwendig, um Gegenstände fixieren zu können bzw. Voraussetzung für eine gezielte und kontrollierte Blickverfolgung.

Eine Überprüfung beim Facharzt ergibt oft keine messbare Seh- oder Hörschwäche. Bei erwähnten Auffälligkeiten sollten die Sehkraft und das Hörvermögen immer auch von einem Facharzt überprüft werden.

Schwächen im grobmotorischen Bereich wirken sich meist auch auf die Feinmotorik aus. Die Stifthaltung ist häufig sehr verkrampft oder wird durch eine ungünstige Variante kompensiert. Die Schrift wird krakelig, unleserlich bzw. mit starkem Druck ausgeführt. Zeilen können nicht eingehalten werden und es kommt häufig zu Auslassungen von Buchstaben oder ganzen Wörtern. Viele Kinder helfen sich, indem sie das Heft verdrehen, eine falsche Sitzhaltung einnehmen oder unruhig auf dem Sessel herumrutschen.

Ein nicht ausreichend entwickelndes Körperschema und häufig damit verbundene taktil- kinästhetische und vestibuläre Wahrnehmungsschwierigkeiten führen oft zu Problemen im Bereich des Rechnens. Rechnen ist immer ein sich Bewegen in einem Raum, dem Zahlenraum.

Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme!